Mit Laptop, Kamera und
Zettel und Stift ausgestattet startete unser erster Field Visit. Viele
Informationen bekamen wir vorher nicht, wir wussten lediglich, dass wir das
Watershed Projekt zwei ganze Tage besuchen werden. So machten wir uns auf den
Weg ins Ungewisse. Das Watershed Project ist ein Projekt, dessen Ziel es ist,
die Situation der marginalisierten Bauern im Vathikudy Panchayath durch
nachhaltige und effektive Verwendung von Ressourcen zu verbessern. In den zwei
Tagen war es uns möglich Einblicke in sowohl soziale, ökologische als auch
ökonomische Maßnahmen zu erhalten.
Das Besondere an der
Arbeitsweise in diesem und in anderen Projekten ist, dass lediglich Hilfe zur
Selbsthilfe geleistet wird. Zu Beginn erklärt VOSARD in verschieden Gemeinden
das Prinzip der Selbst-Hilfe-Gruppen. Diese müssen von der Gesellschaft selber
initiiert werden und stehen damit in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu VOSARD.
Mitarbeitern VOSARDs bieten verschiedene Informationsveranstaltungen zu
Landwirtschaft, medizinischem Grundwissen und Führungstraining an. Die
Selbst-Hilfe-Gruppen bestehen aus 10-20 Mitgliedern und treffen sich
wöchentlich. Dabei werden nicht nur Probleme ausgetauscht, sondern auch kleine
Mengen an Geld gesammelt. Dieses Geld steht den Mitgliedern in von Form von
kleinen Krediten zur Verfügung, die genutzt werden können, um einkommen
schaffende Maßnahmen zu ermöglichen.
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| Ziegenhaltung als Einkommen schaffende Maßnahme |
Wir haben mehrere Farmer
besucht, die sich mit Hilfe der Mikrokredite eine Kuh gekauft haben. Diese
liefert nicht nur frische Milch für Familie und Verkauf, auch der Kuhdung kann
effektiv genutzt werden. Zum einen kann er kompostiert werden und als organischer
Dünger genutzt werden und zum anderen eignet sich auch der Dung zum Verkauf.
Außerdem haben wir einige Bauern besucht, denen der Bau einer Biogasanlage
ermöglicht wurde. Den Kuhdung wird in einen unterirdischen Behälter geleitet.
Dort entwickelt sich Methangas, welches nun zum Kochen auf dem Gasherd benutzt
werden kann. Der Dung von ein bis zwei Kühen liefert genug Gas zum Kochen für
eine fünfköpfige Familie.
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| Ein Regenwassertank, der bis zu 10.000 Liter fasst |
Eine weitere Maßnahme des
Projekts sind Regenwassertanks. In diesen werden während der Regenzeit ca.
10.000 Liter Wasser aufgefangen, auf die die Familie während der Trockenzeit
zugreifen kann. Dadurch sparen die Familien nicht nur Geld und verbessern ihre
Lebensqualität, sie werden auch zunehmend unabhängiger.
Schon während der
Feldbesuche ist uns schon aufgefallen, wie unglaublich autark die Bauern sind
und sich selber versorgen können. Anders als in Deutschland bauen die Landwirte
nicht nur ein einziges Produkt an, sondern betreiben im kleinen Rahmen
Subsistenzwirtschaft. Fasziniert waren wir von der Lebensweise unserer
Gastfamilie. Morgens tranken wir einen Tee mit frisch gemolkener Ziegenmilch
und anschließend bereitetet wir die Bohnen aus dem eigenen Garten mit ihrem
eigenen Pfeffer zu. Die Familie baut von Mangos, Kakaobohnen, über Koriander,
Ingwer und Tamarinde, bis hin zu Gummibäumen alles Mögliche an.
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Die Gummibäume werden früh morgen angeschnitten
und den Tag über wird die elastische Masse aufgefangen |
Was über den
Eigenedarf hinaus geht wird verkauft. Nicht nur die Unabhängigkeit der Bauern
hat uns fasziniert, auch das Leben in einer Familie haben wir sehr genossen.
Morgens sind wir um 6 Uhr mit der Mutter aufgestanden und haben verschiedene
indische Gerichte ausprobiert. Falls ihr euch für die indische Küche
interessiert, schaut doch mal bei unserem Kochbuch vorbei.
Für mehr Informationen
über das Watershed Project schaut euch doch den Film unserer Vorgänger Paul und
Felix an oder schaut auf der VOSARD Website vorbei.
Website: https://www.vosard.org
Video: https://www.youtube.com/watch?v=wpDPhWZQ28o
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| Unsere Gastschwestern sorgten bei uns für ordentlich Unterhaltung |
We started our first field visit armed with
our laptop, camera and pen and paper. The only thing we knew about our trip was
that we would stay two days at the Watershed Project from VOSARD.
The overall objective of the watershed program is the improvement of the
economic situation of the rural population in the Idukki district through
sustainable and efficient use of resources and income generating activities.
Within the two days we learned a lot about the social, economic and ecological
measures that are taken by VOSARD.
The NGO itself only provides capacity building to the people. In the beginning
VOSARD gives information about self-help groups (SHGs), which then have to be
formed by the people themselves. Thus the community becomes independent.
Project s taff provides information about agricultural methods, medical
knowledge and gives leadership training. The SHGs consist of 10 to 20 members
which meet weekly. The members do not only discuss certain problems and fears
but also collect weekly contributions. These contributions can be used by
members as small loans to afford income generating activities like a cattle or
goat rearing unit.
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| Cattle as income generating activity |
We visited some farmers that purchased a cow through this micro credit system.
The cow provides the family with fresh milk that they can sell. Additionally,
the cow dung can be used efficiently by composting the dung and using it as an
organic fertilizer. Additionally we visited many farmers who built themselves a
biogas plant. They use the generated gas methane from the cows’ excrements for
cooking. One to two cows provide enough gas for a five-headed family. The cow
dung is stored in a container under the surface and tubes lead the gas directly
into the gas cooker in their kitchen.
Not only biogas plants increase the livelihood of many farmers. Rainwater
storage tanks help the farmers collecting rain water in the rain season which
can be used in the dry season. One rainwater tank can store around 10000 liter
water. Such measurements save the families a lot of money and increase
their independency.
During the field visit we were really impressed by the autarchy of these
farmers. The variety of vegetables, spices, fruits etc. in the garden of our
guest family fascinated us totally. With a cup of tea with fresh goat milk in
the morning we strolled around in their garden discovering coconut palms, mango,
cocoa and rubber trees, ginger, tamarind and many more nourishments!
All in all the field visit was a very
enriching experience and we look forward to discovering even more about VOSARDs
projects in real life on other field visits.
Feel free to click on the following link if
you’d like to inform yourself even more about the watershed project.