Freitag, 3. März 2017

Our daily life - Mehr als nur Bollywoodmusik?

Wenn man an Indien denkt, denkt man meist an farbenfrohe Bauchtänzerinnen, die zur typischen Bollywoodmusik tanzen. Und tatsächlich unterscheidet sich die indische Musik stark von der europäischen. Musik ist hier in Indien unserer alltäglicher Begleiter,. Ob im Bus, im Teeshop, aus den Kirchen, Tempeln oder aus riesigen Lautsprechern auf der Straße - von überall ertönt Musik.
Dabei unterscheidet sich die Musik von Ort zu Ort.

Ranbir Kapoor, der Superstar Indiens schlechthin. Auch im Film Ae Dil Hai Mushkil (Deutsch: Die Liebe ist eine schwierige Herzensangelegeheit), aus dem alle aufgelisteteten Hindi-Lieder stammen, spielt er die Hauptrolle.

Die typische Lounge-Musik, welche in den Bussen, im Fahrstuhl und in den vielen kleinen Cafés läuft, wird hier durch fast schon schrille Lieder auf Malayalam ersetzt. Nachfolgend findet ihr ein paar typische Beispiele:

Nila Malare
https://www.youtube.com/watch?v=Yu15WMs1OeQ

Aaranu Nee
https://www.youtube.com/watch?v=f9-wQuhkoPQ

Poonodu Poovayi
https://www.youtube.com/watch?v=BXpRnYpOQbI

Bollywood ohne eine romantische Liebesstory ist unmöglich. Hier findet ihr eine kleine Auswahl an unseren Lieblings-Hindi-Liedern, die auch unser Mitbewohner rauf und runter trällert.

Alizeh:
https://www.youtube.com/watch?v=QkYWZSetSrQ

Channa Mereya:
https://www.youtube.com/watch?v=bzSTpdcs-EI

Natürlich darf es in Indien auch nicht an Partytracks fehlen. Welche Musik sollte sonst aus den kunterbunten Discobussen tönen?
Da Kerala noch ein sehr konservativer Staat ist, werden hier kaum Partylieder produziert. Anbei findet ihr wieder zwei unserer Favoriten auf Hindi. Diese werden vor allem in Delhi andauernd gespielt.

Break Up Song:
https://www.youtube.com/watch?v=CvPdtf8Ijj4

Party on my mind:
https://www.youtube.com/watch?v=UJpjx0ssWHE





Freitag, 17. Februar 2017

23 Gründe, warum Indien unsere zweite Heimat geworden ist

Seit mehr als 6 Monaten leben wir nun schon in der ländlichen Region des Idukki Distrikts in Kerala. Mittlerweile realisieren wir immer mehr, wie sehr das indische Leben für uns zum Alltag geworden ist. Wie sehr wie uns bereits an das Leben hier angepasst haben, merken wir unter anderem daran, dass...
...es uns einfach nicht mehr auffällt, dass nahezu jeder Mann mit einem Lungi durch die Straßen läuft
...uns ein komplett überfüllter Bus nichts mehr ausmacht, da wir mit herrlich duftenden Frauen und Männern umgeben sind
...es uns schon stört, faltige oder nicht frisch gewaschene Sachen zu tragen, weil wir zwischen all den strahlendweißen und gebügelten Sachen zu sehr auffallen würden
...es es uns nicht mehr erstaunt, wenn wir zu unserer täglichen Mittagsportion Reis zehn verschiedene Currys aufgetischt bekommen
...wir den Unterschied zwischen Parotta/Parata, Nerost, Dosa, Masala Dosa, Pappadam, Appam, Iddiapam, Putte, Idli, Chapati/Roti, Poori/Bathura, Kappa, Tamil Reis, Kerala Reis und Naan in- und auswendig kennen (und sie sogar selber zubereiten können)
...es uns nicht mehr stört, dass bereits nach den ersten Bissen die Rechnung auf den Tisch geklatscht wird und erwartet wird, dass du quasi mit dem letzten Bissen im Mund den Tisch räumst
...wir selber bereits bei 15 Rupien (20 Cent) für einen Tee die Nase rümpfen und wir bei einem Meal (typisches RIESIGES Mittagessen mit Reis und verschiedenen Currys) ab 80 Rupien (1,15€) geizig abwinken
...es uns nicht mehr wundert, wenn man nur frisch zubereitete Gerichte aus regionalen und saisonalen Gemüse bekommt, wirklich vom Bauern nebenan, und man an faulen Tagen nicht einfach auf Fertiggerichte zurückgreifen kann (die traditionelle Hausfrau steht hier morgens bis zu drei Stunden in der Küche und breitet die Mahlzeiten für die Familie zu)
...wir uns immer wieder über das frische Obst und Gemüse freuen, das Freunde und Mitarbeiter mitbringen und mit vollem Stolz betonen, dass alles aus ihrem eigenen Garten kommt und 100% organisch ist und keine Pestizide benutzt worden sind
...wir mittlerweile selber den unglaublich großen Chaikonsum verkörpern (Funfact: allein an unserem Busbahnhof sind ca. 20 Läden, die unser milchiges Lieblingsgetränk verkaufen... und ja, wir geben es zu, wir haben jeden einzelnen durchprobiert)
...wir auf unserer Reise im Norden vergebens nach unserem gewürzlosen, vollmundigen, angenehm süßen Schwarztee mit Milch gesucht haben und immer wieder durch wässriges, ingwer- und kardamomlastiges Schmuddelgesöff enttäuscht worden sind
...wir mittlerweile wissen, dass das Indienklischee "überall laufen Kühe rum" auf Kerala nicht zutrifft, dafür aber umso mehr auf den Norden Indiens
...wir das Zugfahren in den berüchtigten indischen Schlafwagons echt genießen, obwohl man (vielleicht auch gerade deswegen) alle zwei Minuten von Chai- oder Essensverkäufern angesprochen wird und uns auch eine 36-Stunden  Fahrt nichts mehr ausmacht
...wir mittlerweile wissen, welcher Bus nach Kumily fährt, obwohl die zahlreichen Busse mindestens 30 verschiedene Ziele im 5-Stunden Umkreis ansteuern
...wir keine Panikattacken mehr bekommen, wenn der Bus hupend durch das alle Klischees erfüllende Verkehrchaos steuert
...uns weder eine völlig dunkelgrün verschimmelte Wand (im Polizeihauptrevier), noch eine viermal blankpolierte und glänzende Küche erstaunt
...es uns nicht mehr auffällt, dass auf dem Land wirklich alle Frauen mit Saris rumlaufen
...wir wissen, dass wir in einer großen Stadt problemlos westlich gekleidet sein können und in den riesigen Malls sogar bei Adidas und Zara vorbeischauen können, während wir auf dem Land stets in Churidar gekleidet sein müssen
...wir uns nicht mehr über die zwei verschiedenen Klingeltöne jedes Mitarbeiters wunder, da wir mittlerweile wissen, dass jeder zwei Handys besitzt (ein Tastenhandy, das kaputt gehen kann und ein Smartphone, für die Selfies)
...wir uns zwar mittlerweile minimal auf Malayalam verständigen können, uns dieses Wissen im Rest von Indien absolut gar nichts bringt (im Süden wird in wirklich jedem Bundestaat eine eigene Sprache gesprochen, während im Norden Hindi dominiert)
...uns die Vielseitigkeit der Landschaft nicht mehr überrascht (in Indien kannst du wirklich alles erleben: ob Himalaya, Wüste, Strand oder Dschungel..)
...wir mittlerweile realisiert haben, wie riesig Indien ist und man es eher mit Europa als mit einem einzigen Land vergleichen sollte
...wir uns in dieses wunderschöne Land einfach verliebt haben <3

Samstag, 4. Februar 2017

Our daily life - Müllentsorgung/ Waste management

Du stehst am S-Bahnhof mit deinen 3 Einkaufstüten in der Hand. Bevor die S-Bahn kommt, holst du dir noch schnell einen Coffee to go. Zuhause angekommen packst du deine Einkäufe aus. Vom Obst und Gemüse reißt du die Plastikverpackung ab. Die Zahnbürste wird aus der Plastikhülle gepult und schließlich landet auch dein Kaffeebecher im Plastikmüll. Du schreibst dir eine Notiz, damit du morgen nicht vergisst die Mülltonnen rauszustellen. Pünktlich morgens kommt die Müllabfuhr und holt deinen Müll ab. Ab jetzt machst du dir keine Gedanken mehr um deinen Müll.

Tamil Nadu: Die Mülltonnen sind seit Tagen überfüllt. Zwischen giftigem Elektromüll finden die Kühe immer wieder Futterreste.
2005 hat der Durchschnittsdeutsche 523kg Müll im Jahr produziert. In einem Land wie unserem ist die ständige Müllentsorgung selbstverständlich und kaum jemand macht sich großartig Gedanken darüber. Wie aber ist es in einem Land wie Indien, einem Land, in dem die Müllentsorgung nicht selbstverständlich ist.
Wieder einmal wollen wir erstmal darauf hinweisen, dass wir nur für den Idukki Distrikt sprechen können, also die Region, in der wir leben. Für uns gehört Müll und vor allem seine Entsorgung zu unseren alltäglichen Problemen.
Obwohl wir uns von Anfang an darauf eingestellt haben, dass in Indien der Müll allgegenwärtig ist, waren wir doch etwas überrascht, als wir das erste Mal unseren eigenen Müll verbrennen mussten.
Im Nachbarstaat Tamil Nadu ist das Straßenbild geprägt vom Müll.


Im Gegensatz zu unserem Nachbarstaat Tamil Nadu, liegt bei uns in Kerala zwar nicht so viel Müll auf den Straßen, allerdings laufen wir dafür täglich an mindestens 5 Feuerstellen vorbei. Neben Plastik- und Haushaltsmüll wird dort auch Elektroschrott verbrannt. Über gesundheitliche, geschweige denn um umweltschädliche Folgen, macht sich hier kaum jemand Gedanken.
Nicht nur in Kerala, sondern in ganz Indien, fehlt es einfach an Umweltbildung. So haben wir schon oft beobachtet, dass der Plastikchaibecher im Zug oder Bus achtlos aus dem Fenster geschmissen wird. Einerseits weil sich die Leute den Folgen nicht bewusst sind, andererseits aber auch, weil es an Mülltonnen im öffentlichen Bereich sehr stark mangelt.
Obwohl wir uns immer noch unwohl fühlen, wenn  wir einmal im Monat unseren gesamten Müll verbrennen, gibt es für uns einfach keine Alternative. Dies hat uns wirklich klargemacht, wie unachtsam wir in Deutschland  mit Müll umgehen, wahrscheinlich gerade, da er nach der Entsorgung nicht mehr sichtbar für uns ist. 


Our Daily Life- Waste management


You are at the train station carrying your three plastic shopping bags. Just before the train arrives you buy a coffee to go. As you arrived at home you empty your bags. You unwrap the fruits and vegetables and you open the plastic package which contains your new toothbrush. Finally, you also throw the cup of the coffee to go into the trash can. Writing a little note, you remind yourself to place the trash cans outside tomorrow, so that the garbage removal will collect all your trash.


In 2005 the average German citizens produced around 523kg of waste. Due to our well-working garbage disposal, the huge amounts of trash are not visible for most of our citizens. That is probably why almost nobody cares a lot about his or her plastic consumption. But what about a country like India? A country without a working garbage disposal.
First of all, we want to remind you that we can only represent our own view, a view from the Idukki District, the district we are living in. In our daily life waste, and especially its disposal, causes several problems for us.

Although we were aware of the fact that garbage is omnipresent in India, we were quite stunned when we had to burn the waste ourselves for the first time.

Unlike the streets of our neighbour state Tamil Nadu, the streets in Kerala are not covered with garbage. Although Kerala seems pretty clean at first sight, we discovered some serious waste problems. Our way to the next market includes passing at least five fireplaces, in which not only plastic and domestic waste but also electrical and poisonous waste is burned.
Scarcely anybody seems to care neither about the health-related problems, nor the environmental problems that this habit can cause.

Not only in Kerala, but in the whole of India, there is a lack of environmental education and awareness. We have watched dozens of people throwing the plastic cup of their chai unhesitatingly out of the window in the bus. On the one hand the people are not aware of the consequences their behaviour can cause. On the other hand, there is simply a lack of trashcans in public so there is no opportunity to dispose the garbage in a proper way.

Although we still feel uncomfortable while we are burning our garbage once in a month, there is no other way of disposing our waste. Being confronted with waste and its disposal made us realise to deal with it more cautiously. Since garbage is barely visible in Germany after its disposal, our consumption is careless in the manner of waste. Still, we have problems dealing with the huge amounts of waste in Germany.  
 

Donnerstag, 12. Januar 2017

Our daily life - Lunchtime


12:30 Uhr: Wir beide gucken uns an und wissen Bescheid. Es ist Zeit das Mittagessen vorzubereiten. Jeden Tag kochen wir beide für uns und ein bis drei unserer Mitarbeiter eine warme Mahlzeit.

12:35 Uhr: Wir sind schwerstens damit beschäftigt die Tränen beim Zwiebeln Schneiden zurückzuhalten. Neben bei wird eine ganze Knoblauchknolle gehäutet und drei bis Chilis halbiert.

12:40 Uhr: Während der eine noch am Gemüseschnippeln ist, schrubbt der andere dreimal hintereinander mit Sorgfalt unseren geliebten Kerala Reis. Dieser erinnert uns sehr an Vollkornreis, obwohl er einen leichten Rotstich hat. Damit das Wasser nicht mehr lehmfarbig ist, wird der Schnellkochtopf geschlossen und auf den Gasherd gestellt.

12:45 Uhr: In der Zwischenzeit müsste Gemüse fertig geschnitten sein und es wird Öl in die Pfanne oder in den Wok gegossen. Senfsamen werden hinzugefügt und nur wenige Sekunden später gehen wir in Deckung. Die Senfsamen springen durch die ganze Küche. Das ist das Startzeichen zum Zwiebeln, Knoblauch und Chili andünsten.

12:50 Uhr: Nachdem wir den Pfanneninhalt mit esslöffelweise Gewürzen versehen haben, steigt uns das Chilipulver in die Lungen. Ein Hustenanfall ist vorprogrammiert. Schnell löschen wir die Gewürzmischung mit ein bis zwei Gläsern Wasser ab.

12:52 Uhr: Nun ist es Zeit für das Gemüse. Egal welches Curry man zubereitet, diese Schritte sind immer gleich.

13:03 Uhr: Unsere laute Musik wird unterbrochen durch das erste laute Zischen des Schnellkochtopfs. Damit der Reis gut durch ist, muss dieser dreimal auf hoher und fünfmal auf kleiner Flamme zischen.

13:20 Uhr: Das Curry wird abgeschmeckt und meist noch mit Salz und Chili nachgewürzt.

13:30 Uhr: Wir gießen den Reis ab, füllen das Curry um und rufen unsere Mitarbeiter.

13:35 Uhr: Die Mitarbeiter trudeln in unser Esszimmer ein. Jeder hält eine silberne Blechdose in der Hand, sie ist gefüllt mit einer ordentlichen Portion Reis und etwas Curry.

13:37: Während wir uns immer noch esslöffelweise Reis nehmen, schüttet sich unsere zierlichste Mitarbeiterin mindestens zwei große Kellen Reis auf ihren Teller. Jeder der Mitarbeiter serviert sein eigenes Curry auf dem Deckel der Blechschalen. Alle Curries werden rumgegeben und so hat jeder die Chance, von jedem Curry zu naschen. Hierbei reichen die Curries meist von angedünsteten Bohnen mit Kokosnuss, gelben Curd bis hinzu Kochbananen. Einer unserer Gründe, warum uns bei VOSARD so wohlfühlen, ist die familiäre Atmosphäre beim Mittagessen und natürlich die große Auswahl.
Unser typisches Mittagessen mit übrig gebliebenem Chapati vom Vorabend und zahlreichen Currys von uns und den Mitarbeitern.

13:45 Uhr: Während uns beiden die Tränen in die Augen steigen, weil wir uns doch wieder etwas mit dem Chilipulver verschätzt haben und nun vergeblich versuchen die schärfe mit Wasser zu löschen, trinken die Mitarbeiter lediglich einen einzigen Schluck nach dem Essen.

13:55 Uhr: Der erste Mitarbeiter steht auf, alle gucken sich an, warten bis er den Raum verlässt und rufen ihn dann lachend zurück. Er hat ein Reiskorn unter seinem Teller übersehen. Diese Verschwendung wird mit 50 Rupien (70ct) pro Reiskorn bestraft. Für uns heißt diese Unachtsamkeit Snacktime!  Am nächsten Tag können wir unseren Tee mit gesponserten Snacks genießen! 

Zu Festtagen, wie hier beim Onam-Festival, essen alle Mitarbeiter zusammen ein üppiges Lunch.

Falls ihr wissen wollt, wie diese Snacks aussehen, schaut doch mal bei unserem letzten daily life Artikel vorbei.

Wenn ihr die indische Küche auch in Deutschland genießen wollt, dann schaut doch bei unserem kleinen indischen Kochbuch vorbei!

Wir hoffen ihr seid gut ins neue Jahr reingerutscht und wünschen euch einen schönen ersten Monat in 2017!


Freitag, 6. Januar 2017

Unsere Reise/ Our trip through India



Kanyakumari:


Donnerstagnacht startete endlich unsere langersehnte Reise quer durch Indien. Als wir uns um 3 Uhr nachts aus dem Bett quälten, begaben wir uns in unser erstes Abenteuer. Dieses starte bereits mit unserer allerersten indischen Zugfahrt von Kottayam nach Kanyakumari. Erstaunlich reibungslauf fanden wir unsere Betten und sofort ein paar Stunden Schlaf nach. Im Gegensatz zu Deutschland muss man sich in Indien kein Proviantpacket für lange Zugfahrten einpacken. Alle fünf Minuten laufen die verschiedensten Verkäufer durch die engen Gänge und verkünden mit lauten Ausrufen ihr Angebot. „Chai, Chai, Masala Tea, Chai“; „Coffee, Kapee, Coffee“, „Idly, Vadda, Iddly“, „Pani,water, Cold drinks“, „Masala Dosa, Uppuma, Dosa“

Als wir am Morgen dann in Kanyakumari eintrudelten, verbrachten wir den Tag damit die Südspitze Indiens zu erkunden. Wir besuchten verschiedene Tempel, das Gandhi Museum und genossen die Abendsonne mit unserem geliebten Chai.

Finally- in the night of the 15th of December- we started our journey across India. Taking a bus to Kottayam was easy, but taking the train from Kottayam to Kanyakumari turned out to be a bit more exciting. First of all, Indian trains are amazing! Not only can you buy chai, coffee, snacks and real meals all the time from all the sellers who pace the train up and down, but you also have the chance to see the beautiful landscapes all over India in a very chilled way.

As we arrived in Kanyakumari safely we spent the day by visiting temples, the Gandhi Memorial and watching the sunset from the southern-most part of India. 


Kovalam:

Weitaus entspannter war unser zweiter Stopp in Kovalam, einem kleinen Beach Resort an der Westküste Südindiens. Unter Palmen sonnten wir uns viel zu lange und stießen auf eine kunterbunte Gruppe Inder am Strand. Sie machten verschiedenste minimale gymnastische Übungen und lachten dabei laut vor sich her. Der sogenannte Laughing Club nahm uns mit offenen Armen auf und so fand man uns kurze Zeit später am Schultern drehen.

Our second stop along our tour was definitly one of our favorites.. It took us only a few seconds to fall in love with the famous lighthouse beach which is bordered by a lot of palm trees. After a long day at the beach (including watching the sunset once again) we came across a big group of Indians making minimalistic sport excercises while laughing loudly. The so called Laughing Club welcomed us with open arms. Within a few seconds we found ourselves laughing along with them at the beautiful coast of our beloved Kerala.


Trivandrum:

Trivandrum als eher unspektakulärer Zwischenstopp, barg trotzdem viele Überraschungen. Von einem Moment auf den nächsten standen wir plötzlich in einem riesigen Kaufhaus für Saris und Churidars und Carla steckte innerhalb von Sekunden in einem für hinduistische Hochzeiten üblichen Brautsari.

Compared to other destinations Trivandrum was a quiet unspectacular stop. But while we went shopping for Indian dresses, the staff of the mall ended up putting Carla into a traditional Hindi weddingsaree. Whereas the both of us still need 40 to 50 minutes to put on a saree in the proper way, it took those two women only 10 seconds! We were pretty impressed...


Delhi:

Glücklicherweise hatten wir eine ortskundige Führerin in Delhi und bekamen so nicht nur einen Einblick in die typischen Tourihotspots, sondern auch in das alltägliche Leben in der riesen Metropole. Von Street food bis hinzu beeindruckenden Tempeln und Tums nahmen wir alles mit und ließen das weltberühmte Taj Mahal natürlich auch nicht aus.
Luckily we had a friend in Delhi who knows the way around the place. This way we had the chance to not only stop by the touristic places (The Taj Mahal was of course a must visit!) but also enjoyed visiting many local places too.


Jaisalmer:

Weiter ging es in die Wüste in Nordindien, näher an die Grenze zu Pakistan. Auf Kamelen ritten wir dem Sonnenuntergang entgegen und gönnten uns zum Heiligabend ein frisches Stück Kuchen aus der German Bakery.
The next stop was a small city called Rajasthan in the middle of the Thar Desert near the border to Pakistan. We took a ride on camels and enjoyed a freshly baked piece of cake at the German Bakery.


Goa:

Goa überraschte uns, anders als vielleicht viele von euch denken, nicht mit Party non-stop, sondern mit von Palmen gesäumten Sandstränden. Im sehr ruhigen Süden von Goa feierten wir zusammen mit vielen anderen Reisenden am Strand mit Lagerfeuer und Feuerwerk das neue Jahr.
Our hotel was located at a very calm part in the south of Goa. This way we did not experience the famous party life but went sunbathing at beautiful abandoned beaches.


Hampi:

Das kleine, eher abgelegene Ruinendorf Hampi ist uns schnell ans Herzen gewachsen. Man kann dort nicht nur die vielen Tempel, sondern auch die beeindruckende Landschaft bestaunen.

Our last stop was the small village Hampi in the state Karnataka. We totally fell in love with that place as it is filled with lots of ruins of temples.


Nun sind wir wieder zurück in Kattappana. Sonnengebräunt und von Schlafmangel gekennzeichnet können wir gar nicht fassen, dass unser dreiwöchiges Abenteuer jetzt schon vorüber ist! Indiens verschiedenste Seiten haben uns wieder und wieder gezeigt, dass man in diesem Land einfach nicht verallgemeinern kann! Und wir raten jedem sich einmal selbst von dem facettenreichen Indien überzeugen zu lassen..
Für noch mehr Impressionen von unserem kleinen Abenteuer, schaut doch mal wieder in unserer Bildergalerie vorbei!

Those three weeks of travelling went over way to fast! We cannot believe that our little adventure is already over.. Being back safe and sound in Kattappana we are busy again with lots and lots of work.
If you would like to see more pictures of our trip just take a look at our gallery walk :)

Dienstag, 13. Dezember 2016

Unser dreiwöchiges Abenteuer durch Indien - Our journey

Am Donnerstag den 15. Dezember begeben wir uns endlich auf unser dreiwöchiges Abenteuer quer durch Indien. Von Wüste bis zum Strand, von Riesenmetropole zum kleinen Ruinendorf, von Tempeln bis hinzu IT-Zentren, wird wahrscheinlich alles dabei sein! In unseren 20 Reisetagen steuern wir 8 verschiedene Reiseziele an und versuchen so Eindrücke aus den verschiedenen Regionen des Landes zu erhalten. Im Januar melden wir uns hoffentlich braun gebrannt und gesund wieder. Wir wünschen euch eine fröhliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Bei dieser interaktiven Karte könnt ihr nicht nur unsere gesamte Reiseroute bestaunen, sondern durch Klicken auf die verschiedenen Stationen kleine Informationen zu unseren Reisezielen erhalten. Viel Spaß!


On Tuesday, the 15th of December, our 20-days-journey will finally start! Below you can go through our different destinations :) Have fun and we will hopefully see you in January. Merry Christmas and a Happy New Year!


Samstag, 3. Dezember 2016

Our daily life - Tea time

Tea, Chaia, Chai, Black Tea, Milk Tea,… Ein Tag ohne Teezeit in Indien ist für uns kaum vorstellbar und wäre vermutlich kaum zu ertragen.
Ob morgens vor oder zum Frühstück, vormittags, mittags, nachmittags, abends zum Essen oder auch danach – ein Chai geht einfach immer!
Unter Chai verstehen wir hier in Kerala einen schlichten Schwarztee mit Milch und ausreichend Zucker. Und wenn wir sagen ausreichend, dann meinen wir das auch so…
Für ein Glas klassischen Chai kochen wir hier jeweils ein halbes Glas Milch und Wasser zusammen mit  einem großen Esslöffel Zucker auf. Kurz vor dem Hochkochen wird ein halber Esslöffel Schwarztee hinzugegeben und eingerührt.
Anschließend startet die wahre Kunst des Teekochens. Die Bezeichnung „1 Meter Tee“ gibt es nicht ohne Grund. Um den Tee richtig zu mischen benötigt man zwei Gefäße, zwischen denen der Tee mit einem Abstand von einem Meter und mehr hin und her gegossen wird.  Erst durch solch ein Mischen kann der Tee sein Aroma vollständig entfalten.
Aber in den Teepausen gibt es natürlich nicht nur Tee. Statt einem Stück von dem uns so vertrauten Bienenstich oder Frankfurter Kranz, werden hier in Indien zahlreiche süße und auch herzhafte Snacks zum Tee serviert. Im Folgenden haben wir euch ein paar unserer Lieblingssnacks aufgelistet (nach dem englischen Text).
 

Tea time

Tea, Chaia, Chai, Black Tea, Milk Tea,.. A day without a proper tea time would be unimaginable for us. In this short time we got way to used to our beloved glass of tea.
Tea is just suitable at any time of the day. Before breakfast, along with breakfast, in the morning, during lunch, in the afternoon, together with your dinner or at night. There is just no time where the shops won’t offer you a fresh cup of tea.
In Kerala Chai means a glass of black tea with milk and a lot of sugar. For a classic Chai you’ll boil half a glass of water and milk each, along with one tablespoon of sugar. Right before the mixture starts to boil you have to add half a tablespoon of black tea powder. Now the real art of making tea can begin…
It is not without reason that you sometimes say “one meter of tea”. For mixing you’ll need two containers. Now pour your tea from one container into the other one while holding them at least one meter apart from each other.  This way the tea can cool down faster and develop its full flavor.
Instead of coffee and cake you’ll get tea and snacks in India. Hereinafter you can see our favorite snacks! 

Sukhiyan (links) und Ulli Vada (rechts)

Ein interessanter Snack- Der uns beiden allerding eher weniger schmeckt. Der gelber Teigmantel umhüllt die süße Mischung aus grünen Linsen und Kardamom.
Kartoffelpuffer aus Zwiebeln- Die frittierten Bratlinge bestehen gefühlt zu 90% aus Zwiebeln und 10% Teigmantel. Er erinnert uns immer wieder an herzhafte leckere Kartoffelpuffer.

Egg Puffs
Der Proteinsnack für unterwegs- Inmitten der Blätterteigmantels versteckt sich eine leckere pikante Füllung mit einem ganzen gekochten Ei. Die Blätterteigtaschen sind auch mit Rinder-, Hühnchen- und Gemüsefüllung erhältlich.

Uzhunnu Vada
Indiens herzhafter Donut- Er besteht aus einem frittierten Teig mit Curryblättern, Chillis und Zwiebeln. Der salzige Snack schmeckt uns am besten mit einem scharfen Kokosnusschutney.

Pazham Pori
Fischfilet oder Banane?-Banane! Die süße Frucht ist mit einem Teig aus Kichererbsenmehl ummanteln und wurde anschließend frittiert.

Banana Chips
Altbekannt, oder doch etwas Neues?- Anders als in Deutschtland sind diese Fruchthips nicht süß sondern salzig. Grüne Kochbananen werden in Scheiben geschnitten und anschließend in Kokosnussöl frittiert bis sie eine goldene Farbe annehmen.

Tapioka Chips
Unsere liebste Knabberei- Die sehr knusperigen Chips werden aus dünnen Scheiben der Tapiokawurzel hergestellt und schmecken uns am liebsten mit einer scharfen Chilligewürzmischung.

Cake
Das Küchlein zum Tee- Dieses blumenförmige Gebäck wird nicht im Ofen gemacht sondern tatsächlich auch frittiert. Das süße Küchlein ist etwas trockener und bröseliger als aus Deutschland gewohnt, passt aber trotzdem perfekt zu einer Tasse Tee.

Parippuvada
Der Linsentaler- Ein weiterer Kandidat aus der Familie der Vadas, diesesmal allerdings ohne Loch.  Auch dieses Vada ist herzhaft und pikant und besteht aus Linsen.

Pathiri
Unser "Subway-Cookie"- Allerdings ist er alles andere als süß. Der frittierte Snack besteht aus einem sehr weichen Teig, der mit Kümmel gewürzt ist.

Bonda
Bonda 007- Hierbei handelt es sich um ein süßes Teigbällchen, dass (wie eigentlich jeder Snack) frittiert ist.

Onion Vada
Unser Lieblingsvada- Auch dieses Vada besteht aus Zwieblen, dieses mal aber zu einer erträglichen Menge. Schmeckt uns sowohl mit als auch ohne ein Chutney.

Und unser persönlicher Favorit..
..Neyyapam
 Süß und knusprig zugleich- Dieser Snack lässt keine Wünsche offen.


Freitag, 25. November 2016

Von Bollywoodtänzerinnen und Models – the Indian ideal of beauty

Wir steigen aus dem Bus am Busbahnhof in Kattappana. Es herrscht Gewusel, alle rufen durcheinander. Die vielen Werbeplakate im Hintergrund blenden wir bereits aus. Und doch fällt der Blick ab und zu auf eines der zahlreichen Plakate. Zusehen ist eine Frau im Sari, lange glänzende Haare, mit Goldschmuck bestückt. Einfach eine ganz normale Inderin und doch ist irgendwas anders.


Wenn wir an internationale Musikvideos denken, uns Laufstegmodels oder einfach nur das allgemeine Schönheitsideal einer Frau ins Gedächtnis rufen, haben wir sofort das Bild einer abgemagerten, braungebrannten, halbnackten, total jungen Frau im Kopf. Jede Falte wäre wegretuschiert, kein Gramm Fett ist am Körper zusehen und an Cellulite ist gar nicht zu denken! Wir sind eine Gesellschaft gewohnt, in der eine „Thigh Gap“ (Zwischen den Oberschenkeln ist immer eine Lücke) als erstrebenwert gilt. Ungeachtet vom individuellen Körperbau, geht es immer dünner, immer braungebrannter, immer faltenloser und straffer. Obwohl eigentlich jedem bewusst ist, wie ungesund und unerreichbar dieses Schönheitsideal eigentlich ist, hat man es hin-, wenn nicht sogar angenommen.
Werbeplakat der bekannten Modemarke Victoria Secret

Als wir hier in Indien das erste Mal eine normalgewichtige Frau auf einem Filmplakat gesehen haben, wurde uns erst bewusst, wie verzerrt unsere Wahrnehmung eigentlich ist. Obwohl die Frau vollkommen schlank und gesund aussah, fiel uns sofort auf, dass sie dicker war, als wir es gewohnt waren. Man sah keine Rippenansätze, keine definierten Bauchmuskeln und auch ihre Arme waren nicht spindeldürr. Erschrocken waren wir über unsere Reaktionen und unsere Gedanken. Die Frau, die wirklich vollkommen normalgewichtig, eher sehr schlank war, fiel unser Blick sofort auf ihre natürlichen Fettpolster an ihrer Hüfte. 

Typische Bollywoodtänzerinnen. Alle schlank und doch fällt der Blick zu allererst auf ihre Bäuche
Zunächst dachten wir, dass das Schönheitsideal in Indien natürlicher und vor allem gesünder als das europäische ist. Doch dann realisierten wir, dass auch für Inder dieses Schönheitsideal unerreichbar ist. Die Hautfarbe des Models erinnerte schon fast an die, einer Porzellanpuppe. Makellos und enorm bleich lächeln einen fast alle Models in Indien an. Selbst für die sonnenverschonten Europäer, ist diese Hautfarbe fast unmöglich zu erreichen. Auch im Alltag ist uns aufgefallen, dass sowohl Frauen, als auch Männer bei Sonnenschein stets einen Schirm mit sich führen. Auch die Selfies werden immer gleich so bearbeitet, dass der Hautton viele Nuancen heller erscheint.
Porzellanfarbene Haut- Selbst für Europäer eine unnatürliche Hautfarbe

Dieses Schönheitsideal ist also nicht wirklich natürlicher. Beide Nationen streben nach etwas gleichermaßen Unerreichbaren. Und so fragen wir uns, ob auch in diesem Land vor allem junge Mädchen von Selbstzweifeln geplagt sind und Schwierigkeiten haben, sich selbst so akzeptieren, wie man nun mal ist. 

The Indian ideal of beauty

We are getting out of the bus at the bus station in Kattappana. It’s a chaos. Hundreds of people are walking around, the conductors are shouting. The dozens of posters hanging on every wall we are barely noticing. However, the both of us are trapped by a certain advertisement poster. It illustrates a black-haired woman wearing a saree. Just an average Indian woman. And yet, something seems unfamiliar.
Looking at international music videos, models at fashion shows or just recalling our common ideal of beauty, we are looking at skinny, tanned, young women wearing nothing but the necessary to cover their body. Our ideal of beauty leaves no room for wrinkles, cellulite or even some extra grams of fat on our bodies. We are currently living in a society which implements that a so-called Thigh Gap is prevailed as desirable irrespective of  individual nature of each body. The smallest imperfections are associated with weakness or carelessness. As this society is growing exponentially also the desire of being skinnier, being more tanned, being more perfect is growing.
Although most of the people are aware of the dangers of this inaccessible and unhealthy ideal, they accept this image of beauty and some are even desiring it.
The first time we saw a woman of normal weight on a film poster we realized how distorted our perception really is. We noticed that her rips were not visible; her muscles not defined and her arms not extremely skinny. Even though she was totally healthy and had a slim figure, she looked strange to us. We were not used to models who are presented in a realistic and healthy way.  

On first sight we thought that the Indian ideal of beauty was much healthier and more naturalistic compared to the Western one. It took us some time until we realized that also this ideal of beauty is unreachable for the inhabitants of India. The skin color of the model reminded us of a porcelain doll. Almost every model is presented with a flawless and totally pale skin. Even Europeans who stay out of the sun won’t be able to reach such a pale skin color. Still a lot of Indians are ashamed of their skin color. During sun shine one has to carry an umbrella to protect the skin from getting tanned. Selfies are edited with blue filters to make the skin look brighter and bleaching creams are available in the drug stores.

The Indian ideal of beauty is obviously not more realistic and naturalistic than the one we strive to in Europe. And so we started asking ourselves if young people in India have difficulties in accepting their own bodies too. And doubt the way nature created them and formed them individually.